Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

159

Manereux und Oigny, am Waldſaum von Ham er⸗ ſchien, begann die Sonne am Horizont hinabzuſteigen und übergoß die Haide mit blendendem Purpur, die weißen und rothen Blümlein durchduſteten den Abend⸗ wind, der ſie umkoste, die Grille zirpte in ihrem Moospalaſt, und die Lerche, die ſenkrecht zum Him⸗ mel emporſtieg, begrüßte die Nacht, wie ſie zwölf Stunden vorher den Tag begrüßt hatte.

Die Ruhe der Natur brachte eine eigenthümliche Wirkung auf Thibault hervor.

Es däuchte ihn befremdend, daß ſie ſo ſchön und lieblich ſein könne, während ſeine Seele von ſolcher Angſt gemartert wurde.

Als er dieſe Blumen ſah, als er dieſe Inſecten und dieſe Vögel hörte, verglich er die holde Ruhe all dieſer unſchuldigen Welt mit den ſchauerlichen Bekümmerniſſen, die er ſelbſt ausſtand, und fragte ſich, trotz der neuen Verſprechungen, welche der Ab⸗ geſandte des Teufels ihm gemacht, ob er klüger ge⸗ than habe, den zweiten Vertrag einzugehen, als den erſten.

Dieſe Betrachtungen führten ihn zu dem Reſul⸗ tat, daß er vielleicht beim einen wie beim andern Nichts als Täuſchungen zu erwarten habe.

Als er über einen unter dem vergoldeten Ginſter halb verlorenen Fußpfad hinging, erkannte er ihn als denjenigen, auf welchem er Agnelette zurückbe⸗ gleitet hatte an dem Tag, wo er ſie zum erſten Mal geſehen und, von ſeinem guten Genius inſpirirt, ihr die Ehe angeboten hatte.

Der Gedanke, daß er, kraft ſeines neuen Ver⸗ trags, Agnelettes Liebe wiedergewinnen könne, rich⸗