Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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flehende Bitten an ihn, die allen Anweſenden Thrä⸗ nen entlockten..

Da in Allem, was ihre Narrheit herausſprach, trotz der Zuſammenhangsloſigkeit der Worte die That⸗ ſachen zum Vorſchein kamen, ſo begriff man, daß der Wolfsführer bei dem unſeligen Ereigniß, welches den Tod des armen Etienne herbeigeführt, die Hand im Spiel gehabt hatte.

Man beſchuldigte folglich den gemeinſamen Feind, daß er einen Zauber über die unglücklichen zwei jungen Leute geworfen habe, und die Entrüſtung über den ehemaligen Holzſchuhmacher war dadurch noch geſteigert worden.

Vergebens rief man die Aerzte von Villers⸗ Coterets und von Ferté⸗Milon herbei, Agnelettes Zuſtand wurde immer ſchlimmer, ihre Kräfte ſchwan⸗ den, ihre Stimme wurde nach einigen Tagen ſchwä⸗ cher und kürzer, obſchon ihr Wahnwitz noch immer gleich heftig blieb, und Alles, ſelbſt das Schweigen der Aerzte, verkündete, daß die arme Agnelette ſehr bald ihrem Manne ins Grab nachfolgen werde.

Nur die Stimme der blinden armen Frau konnte das Fieber mildern. Wenn Agnrelette ihre Groß⸗ mutter ſprechen hörte, da beruhigte ſie ſich, ihre ſtar⸗ ren, verſtörten Augen gewannen einen ſanften Aus⸗ druck und füllten ſich mit Thränen; ſie fuhr mit der Hand über ihre Stirne, wie wenn ſie einen läſtigen Gedanken verjagen wollte, und ein wehmüthiges Lächeln zuckte ſchnell und flüchtig auf ihren Lippen.

Eines Abends, bei Anbruch der Nacht, lag Agne⸗ lette in einem noch unruhigeren und peinlicheren Schlaf als gewöhnlich; die von einer kupfernen Lampe

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