Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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ſchwach beleuchtete Hütte befand ſich in einem Halb⸗ dunkel; die Großmutter ſaß vor dem ſteinernen Herd und bewahrte in ihrer Phyſiognomie jene Unbeweg⸗ lichkeit, unter welcher die Wilden und die Bauern ihre lebhafteſten Gemüthsbewegungen verbergen. Von den zwei Frauen, welche Herr Jean dafür bezahlte, daß ſie der Wittwe ſeines Dieners abwarteten, ſprach die eine, knieend vor dem Bett, wo Agnelette ſo blaß und weiß lag, daß man ſie ohne die regelmäßige Bewegung ihrer beklommenen Bruſt bereits für todt gehalten hätte, ihren Roſenkranz; die andere ſpann ſtill ihren Rocken.

Auf einmal ſchien die Kranke, die ſeit einigen Augenblicken von Zeit zu Zeit zuſammenfuhr, gegen einen ſchauerlichen Traum anzukämpfen und ſtieß einen Angſtſchrei aus.

Im ſelben Augenblick flog die Thüre auf. Ein Mann, deſſen Kopf von einem Flammenkreis um⸗ geben ſchien, ſtürzte ins Zimmer herein, ſprang bis an Agnelettes Bett, ſchloß die Sterbende feſt in ſeine Arme, drückte unter Schmerzensrufen ſeine Lippen auf ihre Stirne, lief dann nach einer Thüre, die ins Freie führte, öffnete ſie und verſchwand.

Die Erſcheinung war ſo raſch vorübergegangen, daß man an eine Viſion der jungen Frau hätte glauben können, die einen unſichtbaren Gegenſtand wegzuſtoßen verſuchte und rief:

„Entfernt ihn! Entfernt ihn!“

Aber die beiden Wärterinnen hatten dieſen Mann geſehen und Thibault erkannt.

Ferner hörte man ein gewaltiges Geſchrei und aus demſelben heraus den Namen Thibault.