Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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wie wenn ſie ihren letzten Seufzer ausgehaucht hätte, eine ſchneidende Kälte drang bis in ihr Herz, ihre Haare ſträubten ſich, und ein kalter Schweiß bedeckte ihr Geſicht.

Am Ende des Fußpfades, auf welchem ſie dahin⸗ eilte, und über dem die kreuz und quer ſtehenden Bäume eine Art von Wölbung bildeten, erblickte ſie zuletzt das offene Feld in ſanfter, ſilberner Mond⸗ beleuchtung.

Im Augenblick, wo ſie aus der Dunkelheit in die helle Ebene trat, ſtürzte ein Mann, den ſie nicht bemerkt hatte, weil er ſich hinter einem Gebüſch des Waldgrabens verborgen gehalten, ihr entgegen und nahm ſie in ſeine Arme.

„Ho hol gute Frau!“ rief er lachend,„wohin ſo ſchnell in dieſer nächtlichen Stunde?“

Agnelette erkannte ihren Mann.

„Etienne! ach mein lieber, guter Etienne!“ rief die junge Frau, indem ſie ihre beiden Arme um ſei⸗ nen Hals ſchlang,„wie bin ich ſo froh, daß ich Dich wieder habe, und daß ich Dich ſo wohl und geſund wiederſehe! O Gott ſei Lob und Dank geſagt!“

„Meine gute Agnelette, glaubteſt Du etwa, der Wolfsführer Thibault habe mich mit Haut und Haar aufgefreſſen?“

„Ach, ſprich dieſen Namen nicht aus, lieber Mann; laß uns nach den Häuſern zu fliehen!“

„Warum nicht gar?“ lachte der junge Rüden⸗ knecht,„dann könnteſt Du den Gevatterinnen in Pre⸗ ciamont und Vez erzählen, ein Mann tauge zu gar Nichts, nicht einmal um ſeine Frau zu ſchützen und zu beruhigen.“