Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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„Ihr liebtet mich, Agnelette?“ ſagte er.

„Ja,“ antwortete die junge Frau mit ihrer lieb⸗ lichen Stimme und ihrem bezaubernden Blick.

„Aber jetzt,“ fuhr Thibault fort,„jetzt iſt Alles aus, und Ihr liebet mich nicht mehr?“

„Thibault,“ antwortete Agnelette,„ich liebe Euch nicht mehr, weil ich Euch nicht mehr lieben darf. Aber man ſchlägt ſich ſeine erſte Neigung nicht ſo leicht aus dem Sinn, wie man gerne möchte.“

„Agnelette!“ rief Thibault ganz ſchaudernd, ngebt wohl Acht, was Ihr ſaget.“

„Warum,“ ſagte das Kind mit naivem Kopf⸗ ſchütteln,„warum ſollte ich mich mit meinen Reden in Acht nehmen, da ich nur die Wahrheit ſagen werde? Damals, als Ihr mir ſagtet, daß Ihr mich zur Frau nehmen wollet, glaubte ich Euch, Thibault; denn warum hättet Ihr mich belügen ſollen in dem Augenblick, wo ich Euch einen Dienſt geleiſtet hatte? Dann begegnete ich Euch ſpäter, ohne daß ich Euch ſuchte; Ihr ſeid zu mir hergekommen, habt Worte der Liebe zu mir geſagt und habt zuerſt wieder von Eurem Verſprechen angefangen. Auch daran war ich nicht Schuld, Thibault, daß ich Angſt bekam vor dieſem Ring, den Ihr am Finger hattet, und der zwar für Euch groß genug, aber ſchrecklicher Weiſe für mich zu klein war.“

„Wollt Ihr, daß ich dieſen Ring nicht mehr trage?“ ſagte Thibault;„wollt Ihr, daß ich ihn wegwerfe?“

Und er verſuchte ihn von ſeinem Finger zu ziehen.

Aber wie der Ring zu klein geweſen war, um in