Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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„Tödtet mich nicht, Thibault! tödtet mich nicht! die alte Großmutter würde ſich zu Tode grämen; tödtet mich nicht, Thibault!“

Der Wolfsführer ſtand ganz beſtürzt da.

Jetzt erſt begriff er den ſchrecklichen Ruf, den er ſich erworben, da ſein Anblick dem Weib, das ihn geliebt hatte, und das er noch immer liebte, eine ſolche Angſt einjagen konnte.

Einen Augenblick ſchauderte er vor ſich ſelbſt.

„Ich Euch tödten, Agnelette!“ ſagte er,„wäh⸗ rend ich Euch doch dem Tod entreißen will! O, Ihr müßt einen ſehr großen Haß gegen mich haben, daß Euch ein ſolcher Gedanke kommen konnte.“

„Ich haſſe Euch nicht, Thibault,“ antwortete die junge Frau;„aber man erzählt ſich ſo Vieles von Euch, daß Ihr mir Furcht einflößet.“

„Und ſpricht man auch von dem Mädchen, durch deſſen Treuloſigkeit Thibault zu all dieſen Verbrechen getrieben worden iſt?“

„Ich verſtehe Euch nicht,“ ſagte Agnelette, indem ſie ihn mit ihren großen, himmelblauen Augen an⸗

ſchaute.

„CEi wie!“ verſetzte Thibault,„Ihr verſtehet nicht,

daß ich Euch liebte, daß ich Euch anbetete, und daß Euer Verluſt mich wahnſinnig gemacht hat?“ „Wenn Ihr mich liebtet, wenn Ihr mich anbe⸗ tetet, Thibault, wer hat Euch denn verhindert mich zu heirathen?“ „Der böſe Geiſt,“ murmelte Thibault. „Ich liebte Euch,“ fuhr die junge Frau fort, „und ich habe mit Schmerzen auf Euch gewartet.“ Thibault ſtieß einen Seufzer aus.