Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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mochte, und dann war er traurig, mürriſch, nieder⸗ geſchlagen inmitten ſeiner wilden Kameradſchaft.

Dann erſchien ihm das Bild Agnelettes, und ſeine ganze Vergangenheit als ehrſamer und fleißiger Handwerker, ſein einſt ſo friedſames und ſchuldloſes Leben perſonificirte ſich in dieſer lieblichen Geſtalt.

Auch liebte er ſie, wie er es nie für möglich ge⸗ halten hätte, Jemand zu lieben. Bald weinte er verzweiflungsvoll über ſo viel verlornes Glück, bald hatte er Anfälle von eiferſüchtiger Wuth über den⸗ jenigen, der jetzt Etwas beſaß, wonach er ſelbſt, Thi⸗ bault, nur die Hand auszuſtrecken gebraucht hätte.

Eines Tags, als Herr Jean, uͤm neue Vernich⸗ tungspläne vorzubereiten, genöthigt geweſen war, die Wölfe in Ruhe zu laſſen, verließ Thibault in obenbezeichneter Stimmung die Höhle, worin er unter ſeinen Wölfen lebte.

Es war eine herrliche Sommernacht.

Er ſchweifte im Hochwald umher, deſſen Wipfel der Mond verſilberte, und gedachte der Zeiten, wo er ſorgenfrei und mit ruhigem Gemüth über die ſchönen Moosteppiche einhergeſchritten war.

Jetzt gelangte er zu dem einzigen Glück, das ihm noch erreichbar war: zum Vergeſſen.

Er war tief in dieſen holden Traum von ſeiner erſten Vergangenheit verſunken, als er auf einmal, hundert Schritte von ſich, einen Nothſchrei hörte.

Er war ſo ſehr an ſolche Rufe gewöhnt, daß er in einem andern Augenblick kaum darauf geachtet haben würde.—

Aber eben jetzt hatte die Erinnerung an Agne⸗ lette ſein Herz weich und mitleidig geſtimmt.