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„Ei, jetzt ſoll ich auf einmal Röschen heißen! Herr Baron, ich habe noch nie einen vergeßlicheren Mann gefunden, als Ihr ſeid.“
„Ich nenne Dich Röschen, mein ſchönes Kind, weil die Roſe die Königin der Blumen iſt, gerade wie Du die Königin aller Zofen biſt.“
„Wahrhaftig, Herr Baron,“ ſagte das Mädchen, „ich habe Euch immer geiſtreich gefunden, aber heute Abend finde ich Euch noch geiſtreicher als ſonſt.“
Thibault warf ſich in die Bruſt.
Es war dies ein an den Baron adreſſirter und von dem Holzſchuhmacher entſiegelter Brief.
„Ob wohl Deine Gebieterin auch dieſer Anſicht iſt?“ fragte er.
„O,“ ſagte die Zofe,„bei vornehmen Damen iſt es immer leicht, als der geiſtreichſte Menſch von der Welt zu gelten: man braucht blos gar Nichts zu ſprechen.“
„Gut,“ antwortete Thibault,„ich will an das Recept denken.“
„Bſt!“ ſagte die Zofe,„ſehet, die Frau Gräfin ſteht dort hinter dem Vorhang in ihrem Toilettezim⸗ mer. Ihr müßt ganz ſittſam hinter mir her gehen.“
In der That kamen ſie jetzt an einen leeren Raum, der ſich zwiſchen dem Gehölz und der Freitreppe des Schloſſes befand.
Thibault ging auf die Freitreppe zu.
„Ei, ei,“ ſagte die Zofe, indem ſie ihn beim Arm feſthielt,„was macht Ihr denn, Unglücklicher?“
„Was ich mache? Offen geſtanden, Suschen, ich weiß es ſelbſt nicht.“
„Nicht übel! Jetzt heiße ich auf einmal Suschen!


