Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

56

„Gut!“ ſagte Thibault,„ohne Zweifel müſſen wir hier hereingehen.“

Das Pferd beroch die Lücke und ſcharrte mit ſei⸗ nem Huf auf dem Boden. 4

Das hieß kategoriſch antworten.

Thibault überließ ihm den Zügel, und inmitten der Steine, die unter ſeinen Füßen rollten, kletterte das Thier über die Lücke hinein.

Pferd und Reiter waren im Park.

Eine der drei Verlegenheiten war bereits glück⸗ lich abgethan.

Thibault war an der bewußten Stelle herein⸗ gekommen.

Blieb noch die bewußte Perſon zu finden.

Er verließ ſich auch in dieſer Beziehung auf ſein Pferd.

Nach Verfluß von fünf Minuten blieb das Pferd hundert Schritte vom Schloß vor einem jener aus Thon und berindetem Holz errichteten Hüttchen ſtehen, die man in einen Park ſtellt, um einer Landſchaft das zu geben, was man in der Kunſtſprache der Maler ein Gebäude nennt.

Beim Getöne der Roſſeshufe hatte ſich die Thüre halb geöffnet, und das Pferd blieb vor dieſer Thüre ſtehen.

Eine hübſche Zofe kam heraus.

„Seid Ihr's, Herr Raoul?“ ſagte ſie leiſe.

„Ja, mein Kind, ich bin's,“ antwortete Thibault, indem er abſtieg.

„Die gnädige Frau war ſehr in Angſt, dieſer Trunkenbold von Champagne möchte Euch ihren Brief nicht zugeſtellt haben.“

——‿———

u

ei