Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

55

Er führte es auf ſeinen Weg zurück, drehte es gegen Montgobert zu und überließ ihm die Zügel.

Das Pferd begann zu galoppiren.

Es hatte offenbar begriffen.

Thibault bekümmerte ſich um Nichts mehr; alles Uebrige war Sache ſeines Pferdes.

An der Ecke der Gartenmauer machte das Pferd Halt, aber nicht als ob es über den einzuſchlagenden Weg Bedenken gehabt hätte, ſondern es ſpitzte die Ohren und ſchien unruhig.

Thibault ſeinerſeits hatte zwei Schatten zu ſehen geglaubt, aber es ſchienen auch wirklich blos Schat⸗ ten zu ſein, denn obſchon er ſich in ſeinen Steig⸗ bügeln aufrichtete, um größer zu werden, und ſeine Blicke rings umher ſchweifen ließ, ſo ſah er doch ſchlechterdings Nichts.

Er dachte, es ſeien Wilddiebe, die ſich in den Park ſchleichen und ihm ſelbſt ins Handwerk pfuſchen wollten.

Sobald ihm Niemand den Weg ſtreitig machte, brauchte er blos ſeinem Pferd wieder ſeinen freien Willen zu laſſen.

Das that er denn auch, indem er ihm von Neuem die Zügel überließ.

Das Pferd lief in ſtarkem Trab an der Park⸗ mauer entlang, und zwar auf dem Ackerfeld und ohne alles Gewieher, wie wenn das kluge Thier geahnt hätte, daß es durchaus kein, oder vielmehr nur ſo wenig als möglich Geräuſch machen durfte.

So lief es an einer ganzen Seite der Parkmauer

hin, bog dann um und blieb vor einer kleinen Lücke ſtehen.