Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

40

„Macht das Glück eurer Herrſchaften euch ſo luſtig?“ fragte er Francois. „Das nicht gerade, aber wenn der Herr Baron

Raoul von Vauparfond beſchäftigt iſt, ſo bin ich

frei.“ „Ja, und Du benützeſt Deine Freiheit gut?“

„Das will ich meinen,“ ſagte François mit.

Selbſtgefühl,„man hat auch ſeine Eroberungen, wenn man gleich nur Kammerdiener iſt, und man weiß ſeine Zeit ſchon anzuwenden.“

„Und Ihr, Champagne?“

„Ich,“ antwortete der neue Ankömmling, indem er den flüſſigen Rubin ſeines Weines gegen das Licht hielt,„ich hoffe die meinige auch nicht zu verlieren.“

„Ei nun, ſo erzählt von Euern Liebſchaften,“ ſagte Thibault,„da doch Jedermann ſeine Lieb⸗ ſchaften hat.“

„Erzählet Ihr zuerſt von den Euern!“ antwor⸗ teten di beiden Lakaien.

“ ſagte der Holzſchuhmacher mit einem Aus⸗ druch nef een Haſſes gegen das ganze Menſchengeſchlecht, „ich bin der einzige Menſch, der Niemand liebt und von Niemand geliebt wird.“

Die beiden Männer betrachteten Thibault mit einer gewiſſen Verwunderung.

„O, o!“ ſagte Francois,„ſollte es denn wahr ſein, was man ſich ganz leiſe von Euch erzählt?“

„Von mir?“

„Ja von Euch,“ ſagte Champagne.

„Man ſagt alſo in Montgobert daſſelbe wie in Vauparfond?“

Champagne nickte bejahend.

———

1