Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

denken würde, ihn darum zu beneiden, das erſchien ihm als ein letzter und zermalmender Schickſals⸗ ſchlag.

Seine Verzweiflung war ſtumm, aber darum nur um ſo düſterer und tiefer.

Er zerbiß ſeine Fäuſte, er zerſchlug ſich den Kopf an den Wänden des Baumes, ja er weinte ſogar und ſchluchzte.

Aber dieſe Thränen und Wehklagen gehören nicht zu denjenigen, die das Herz rühren und dadurch häufig den Uebergang von einem ſchlechten zu einem guten Gefühl vermitteln; nein, ſie wurden mehr durch Zorn und Wuth als durch Bedauern hervor⸗ gerufen und konnten den Haß nicht aus Thibaults Seele bannen.

Es war ihm, als ob zu gleicher Zeit, wo die eine Hälfte der Thränen ſich nach außen ergoß, die andere Hälfte nach innen flöße und gleich Galle⸗ tropfen auf ſein Herz zurückfiele.

Er log ſich vor, daß er Agnelette anbete.

Er erhob Wehklagen, daß er ſie verloren.

Allein die Zärtlichkeit des Wüthenden hätte ſich ſehr gerne darein geſunden, Agnelette ſammt ihrem Bräutigam am Fuße des Altars, wo der Prieſter ſie eben vereinen ſollte, todt niederſtürzen zu ſehen.

Glücklicher Weiſe geſtattete Gott, welcher den beiden Leutchen andere Prüfungen zudachte, nicht, daß der unheilvolle Wunſch bei Thibault förmlich zur Reife kam.

Unſere Brautleute befanden ſich alſo in derſelben Lage, wie ein Menſch, der in einem Gewitter das Donnergetöſe hört und die Blitze um ſich her züngeln