Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Er hätte jedoch den Weg nicht gefunden ohne ſeine Wölfe, die ſeine Gedanken zu durchſchauen und zu errathen ſchienen, was er ſuchte. Während die Eulen und Käuze von Zweig zu Zweig hüpften, gleich⸗ ſam um ihm zu leuchten, trotteten die Wölfe vor ihm her, um ihm den Weg zu zeigen.

Der Baum war zwanzig Schritte von der Straße ab.

Es war, wie wir geſagt haben, eine alte Eiche, die lüt nach Jahren, ſondern nach Jahrhunderten zählte.

Die Bäume, die zehn, zwanzig, dreißig Menſchen⸗ leben währen, zählen nicht, wie die Menſchen, nach Tagen und Nächten, ſondern nach Jahreszeiten.

Der Herbſt iſt ihre Abenddämmerung, der Win⸗ ter iſt ihre Nacht.

Der Frühling iſt ihr Morgenroth, der Sommer ihr Tag.

Der Menſch beneidet den Baum, die Eintags⸗ fliege beneidet den Menſchen.

Den Stamm der alten Eiche hätten kaum vierzig Männer mit ihren Armen umſpannt.

Die Höhlung, welche die Zeit hineingegraben hatte, indem ſie mit ihrer Sichel täglich ein Stück⸗ chen Holz abhieb, war ſo groß wie ein gewöhnliches Zimmer.

Gleichwohl war der Eingang kaum weit genug für einen Mann.

Thibault ſchlüpfte hinein.

Er fand mitten in den Stamm eine Art von Sitz eingehauen, ſetzte ſich darauf ſo bequem und behag⸗

lich, wie in einem Lehnſtuhl à la Voltaire, wünſchte

ſeinen Wölfen und Eulen gute Nacht, ſchloß ſeine