Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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22

Thibault ſchien der Mittelpunkt eines hölliſchen Kreiſes zu ſein.

Wenn die Wölfe ſich liebkoſend zu ſeinen Füßen niederlegten, ſo ſchienen ſich auch die Eulen und Käuze zu ihm angezogen zu fühlen.

Die Eulen ſtreiften ſeine Haare mit den Spitzen ihrer geräuſchloſen Flügel.

Die Käuze ſetzten ſich auf ſeine Schultern.

„Ahl ah!“ murmelte Thibault,„ich bin alſo doch nicht mit der ganzen Schöpfung verfeindet; wenn die Menſchen mich verabſcheuen, ſo lieben mich die Thiere.“

Thibault vergaß, welchen Rang dieſe Thiere, die ihn liebten, in der Kette der geſchaffenen Weſen ein⸗ nahmen.

Er dachte nicht mehr daran, daß dieſe Thiere, die ihn liebten, die Thiere waren, welche den Menſchen haſſen, und die der Menſch verflucht.

Er überlegte nicht, daß dieſe Thiere ihn liebten, weil er unter den Menſchen daſſelbe geworden war, was ſie unter den Thieren waren:

Ein Geſchöpf der Nacht;

Ein Räuber.

Mit Hülfe all dieſer Thiere zuſammen konnte Thibault nicht das mindeſte Gute thun.

Dagegen konnte er viel Böſes thun.

Thibault freute ſich über das Böſe, was er thun konnte.

Er war noch eine Stunde von ſeiner Hütte entfernt.

Er fühlte ſich müde. Er wußte in der Nähe eine große hohle Eiche;

er orientirte ſich und ging nach dieſem Baume zu.

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