Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

Aber jedenfalls ſchwöre ich Euch, daß ich in Zukunft keinen ſolchen mehr haben will.“

Während dieſer Vertrag der Reue und Verzeihung unter den drei Nebenperſonen unſerer Erzählung wieder vollkommene Harmonie herſtellte, wurde die Stellung der vierten Perſon, d. h. der Hauptperſon, immer reicher an Verlegenheiten.

Thibaults Herz ſchwoll von Wuth und Haß.

Ohne daß er ſelbſt den Fortſchritt bemerkte, wurde er aus einem neidiſchen Egoiſten ein böſer Menſch.

„Ich weiß nicht,“ rief er auf einmal, indem ſeine Augen Blitze ſprühten,„ich weiß nicht, warum ich nicht dieſem ganzen Spuck da mit Schrecken ein Ende mache.“

Aus dieſem Ausruf, der einer Drohung glich, und beſonders aus dem Tone, womit er vorgebracht wurde, erſahen Herr Jean und Frau Suſanna, daß irgend eine große, unbekannte, unerhörte Gefahr über ihren Häuptern ſchwebte. 3 Herr Jean war indeß nicht leicht einzuſchüchtern. Zum zweiten Mal ſchritt er mit ſeinem Degen in

der Fauſt auf Thibault zu. 2 Zum zweiten Mal fiel ihm der Amtmann in den rm. err Jean! Herr Jean!“ murmelte Thibault,

„das iſt jetzt das zweite Mal, daß Du den Wunſch

haſt, mir Deinen Degen durch den Leib zu rennen,

folglich biſt Du in Gedanken ſchon zum zweiten Mal 3

ein Mörder. Nimm Dich wohl in Acht, man ſün⸗ digt nicht bloß durch die That.“ 3

„Tauſend Teufel!“

1 der Baron außer ſich, „ich glaube faſt, der Kerl will mir noch Moral leſen.