Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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„Nein, das habe ich ihm nicht geſagt, aber ich wollte es ihm gerade ſagen, als Ihr nießtet.“

„O der Bramarbas!“ heulte der Amtmann, in⸗ dem er den auf einem Stuhl liegenden Degen des Herrn Jean ergriff, aus der Scheide zog und auf das von ſeiner Frau bezeichnete Fenſter zulief,„warum ſteckt er nicht wirklich hinter dieſen Vorhängen? Ich würde ihn ſpicken wie einen Haſenrücken.“

Und er ſtieß in der That zwei oder dreimal in die Vorhänge.

Aber auf einmal fuhr er zurück, als hätte er auf eine Schlange getreten.

Seine Haare ſträubten ſich unter der baumwol⸗ lenen Nachtmütze, und die eheliche Kopfbedeckung wurde krampfhaft erſchüttert.

Der Degen entglitt ſeiner zitternden Hand und fiel klirrend auf den Boden.

Er hatte Thibault hinter den Vorhängen bemerkt, und wie Hamlet den Polonius tödtet in der Mei⸗ nung, den Mörder ſeines Vaters vor ſich zu haben, ſo hatte er im feſten Glauben, daß er ins Leere ſtoße, beinahe ſeinen Freund von vorgeſtern getödtet, der bereits Zeit gehabt hatte, ein undankbarer Freund zu ſein.

Indeſſen war der Amtmann, da er mit der Degenſpitze den Vorhang in die Höhe gehoben hatte, nicht der Einzige geweſen, der Thibault ſah.

Die Dame und Herr Jean ſahen ihn gleichfalls und ſtießen beide einen Schrei der Ueberraſchung aus.

Sie hatten bei ihrer Erzählung nicht gewußt, daß ſie ſo wahr ſprachen.