Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Ihr ihn doch aufwecken, wenn Ihr einen ſolchen Lärm macht.“

„Beim Horn des Teufels, meine ſchöne Freun⸗ din,“ antwortete der neue Gaſt, deſſen Stimme Thi⸗ bault als dieſelbe erkannte, mit welcher er neulich ſo freundliche Worte gewechſelt hatte,„ich bin kein Vo⸗ gel. Gleichwohl war es mir, als ich unter Eurem Fenſter mit ſchmerzlicher Ungeduld der Schäferſtunde entgegenharrte, als müßten mir Flügel wachſen, um mich in dieſes Stübchen zu tragen, das den Gegen⸗ ſtand all meines Sehnens umſchließt.“

„O, gnädiger Herr,“ verſetzte Madame Magloire mit verliebter Ziererei,„auch mich machte es ſehr traurig, daß ich Euch im Wind und in der Kälte warten laſſen mußte; aber unſer fremder Gaſt hat uns erſt vor einer halben Stunde allein gelaſſen.“

„Und was habt Ihr in dieſer halben Stunde ge⸗ than, meine holde Freundin?“

„Ich mußte Herrn Magloire ins Bett helfen, um mich zu verſichern, daß er uns nicht ſtören würde.“

„Ihr habt immer Recht, mein Herzensſuſannchen!“

„Ihr ſeid allzu gütig, gnädiger Herr,“ antwor⸗ tete die Amtmännin.

Wir ſollten ſagen:„ſie wollte antworten,“ denn dieſe letzten Worte wurden erdrückt, wie wenn ſich ein fremder Körper auf die Lippen der Dame gelegt und ſie am Weiterſprechen verhindert hätte.

Zu gleicher Zeit hörte Thibault ein Getöne, das ihm von einem Kuß zu kommen ſchien.

Thibault begriff den ganzen Umfang der neuen Täuſchung, die ihm vorbehalten zu ſein ſchien.