Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Augenblick ſo gefahrvoll iſt, wie derjenige, von wel⸗ chem das Glück oder Unglück des Holzſchuhmachers abhängen ſollte.

Denn Thibault hatte ſich ſo beſtändig vorgeſchwatzt, daß er in Frau Magloire ſterblich verliebt ſei, daß er es am Ende ſelbſt glaubte, und trotz der Gönner⸗ ſchaft des ſchwarzen Wolfes war er nicht frei von einer gewiſſen Schüchternheit, die allen Verliebten anklebt.

Er hielt ſich alſo ruhig hinter ſeinen Vorhängen.

Inzwiſchen hatte ſich die Amtmännin vor den Spiegel ihrer Pompadourtoilette geſetzt und begann ſich herauszuputzen, als müßte ſie auf einen Ball oder zu einer Proceſſion gehen.

Sie probirte zehn Schleier, ehe ſie einen wählte.

Sie ſtrich die Falten ihres Kleides zurecht.

Sie umgab ihren Hals mit einer dreifachen Perlenreihe.

Sodann behing ſie ihre Arme mit all ihren Bra⸗ celets.

Endlich ordnete ſie ihren Kopfputz mit der größ⸗ ten Sorgfalt.

Thibault verlor ſich in Muthmaßungen über den Zweck dieſer Koketterie, als er auf einmal ziemlich ſtark ans Fenſter klopfen hörte, ſo daß er zuſammen⸗ fuhr.

Frau Suſanna ihrerſeits fuhr ebenfalls zuſammen.

Dann löſchte ſie augenblicklich das Licht, und der Holzſchuhmacher hörte, wie ſie auf den Zehen ans Fenſter ſchlich und es mit aller erdenklichen Behut⸗ ſamkeit öffnete.