Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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und ein anderes Sprichwort ſagt, daß ein recht fein und blank polirter Holzſchuh gar häufig geheime Ritzen und Splitter hat.“

Madame Magloire verzog ihr Geſicht zu dieſem der Holzſchuhmacherkunſt entnommenen Dictum.

Aber wie gar häufig, ſo begegnete es dem Amt⸗ mann auch jetzt, daß er die Anſicht ſeiner Frau nicht theilte.

„Was mein Gevatter Thibault ſpricht, iſt Goldes werth,“ ſagte er,„und ich brauche gar nicht weit zu gehen, um ein Beiſpiel zu finden, auf das ſeine Sprichwörter paſſen. Dieſe Lyoner Suppe da ſah verdammt wenig gleich und dennoch haben mir noch niemals Zwiebeln und Brod, in Gänſeſchmalz ge⸗ backen, ſo trefflich gemundet.“

Von dieſem Augenblick an war von Thibaults flammender Locke nie mehr die Rede.

Gleichwohl ſchienen Frau Suſanna's Augen un⸗ widerſtehlich zu dieſer Teufelslocke hingezogen zu werden, und ſo oft der ſpöttiſche Blick der Amt⸗ männin den ſeinigen kreuzte, glaubte Thibault auf ihren Lippen einen neuen beleidigenden Drang zum Lachen zu entdecken.

Dies ärgerte ihn.

Unwillkürlich fuhr er jeden Augenblick mit der Hand in ſeine Haare und bemühte ſich, die unſelige Locke unter die anderen Haare zu ſtecken.

Aber die Locke hatte nicht bloß eine ungewöhn⸗ liche Farbe, ſondern auch eine unerhörte Steifheit.

Es waren keine Menſchenhaare mehr, ſondern Roßhaare.

Vergeblich waren alle Bemühungen Thibaults,