Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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195

Vergebliches Bemühen!

Einen Augenblick glaubte er ſich feſtgewachſen wie Epheu.

Bald begriff er, daß er ſich im Irrthum befand.

Er ſpürte, wie ſich zuerſt auf ſeine rechte, dann auf ſeine linke Schulter ein Gewicht herabſenkte, ſo ſchwer, daß ſeine Kniee ſich bogen und er an der Mauer hinglitt, wie wenn er ſich ſetzen wollte.

Dieſe Bewegung ſchien dem Wunſch des Indi⸗ viduums, das ihn ſtatt einer Leiter benützte, zu ent⸗ ſprechen.

Wir ſehen uns zu dem Bekenntniß gedrungen, daß das aus der Höhe kommende Gewicht ein leben⸗ diger Mann war.

Er fügte ſich nach dieſer Bewegung des Knie⸗ beugens, wozu er Thibault genöthigt hatte, indem er ſagte:

„Sehr gut, Munter! ſehr gut! ſo!“

Und mit dem letzten Wörtchen ſprang er zur Erde, während man das Getöne eines ſich ſchließen⸗ den Fenſters hörte.

Thibault begriff zwei Dinge:

Erſtens, daß man ihn für einen gewiſſen Mun⸗ ter hielt, der vermuthlich in irgend einer Ecke in der Nähe des Schloſſes ſchlief.

Zweitens, daß er einem Verliebten als Leiterchen hatte dienen müſſen.

Beides regte ein dunkles Gefühl der Demüthi⸗ gung in ihm auf.

Deßhalb griff er mechaniſch nach einem wallen⸗ den Stoff, welcher ihm der Mantel des Verliebten