Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Er dutzte Thibault, er küßte ihn; er nahm ihm einen Schwur darauf ab, daß ein ſo herrlicher Abend ſich bald wiederholen müſſe.

Als er ihn bis zur Thüre begleitet hatte, ſtellte er ſich zum zweiten Mal auf ſeine Zehen, um ihm den letzten Kuß aufzudrücken.

Thibault kam ihm zu dieſem Behuf aufs Bereit⸗

willigſte entgegen, indem er ſich zu ihm hinabbückte.

Es ſchlug zwölf Uhr auf der Kirche von Erne⸗ ville, als die Thüre ſich wieder hinter dem Holz⸗ ſchuhmacher ſchloß.

Die Dünſte der ſtarken Weine, die er getrun⸗ ken, hatten ihm ſchon im Hauſe einige Beklemmung verurſacht, aber noch ärger wurde dieſer Zuſtand, als er in die Luft kam.

Ganz betäubt taumelte er an die Mauer und

lehnte ſich an.

Was jetzt vorging, blieb für ihn dunkel und

räthſelhaft gleich Traumgeſchichten.

Ueber ſeinem Kopf und ſechs oder acht Fuß vom

Boden war ein Fenſter, das ihm bei ſeiner Schwen⸗ kung gegen die Mauer hin beleuchtet geſchienen hatte, obſchon ſein Licht durch doppelte Vorhänge ver⸗ ſchleiert war.

Kaum hatte er ſich angelehnt, ſo glaubte er zu bemerken, daß dieſes Fenſter ſich öffne.

Er meinte, es ſei der würdige Amtmann, der ſich nicht von ihm trennen wolle, ohne ihm ein letztes Lebewohl zuzuſenden.

Er ſuchte ſich daher von der Mauer loszumachen, um dieſer verbindlichen Abſicht die gebührende Chre zu erweiſen.

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