Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Trotz der inſtändigen Zureden ihres erhabenen Gemahls weigerte ſich die Frau Amtmännin dieſer Zumuthung und nahm bald Müdigkeit zum Vorwand, um auf ihr Zimmer zu gehen.

Aber ehe ſie ging, ſagte ſie zu Thibault, da ſie ihr Unrecht gegen ihn abzubüßen wünſche, ſo hoffe ſie, daß er den Weg nach' Erneville nicht vergeſſen werde.

Ein Lächeln, das die niedlichſten Zähne zum Vor⸗ ſchein brachte, bildete den Schluß dieſer Rede.

Thibault antwortete darauf mit einer Lebhaftig⸗ keit, welche die vielleicht etwas unpolirten Ausdrücke überſehen ließ: er ſchwur, daß er eher das Eſſen und Trinken vergeſſen würde, als eine Dame, die ebenſo höflich als ſchön ſei.

Madame Magloire machte eine Verbeugung, die eine Stunde weit nach der Frau Amtmännin roch, und trat ab.

Kaum hatte ſie die Thüre hinter ſich zugezogen, als Herr Magloire zu ihrer Ehre eine Kreiswendung ausführte, die zwar weniger leicht, aber beinahe ebenſo bedeutſam war, als die eines Schuljungen, der ſich von ſeinem Zuchtmeiſter erlöst ſieht; dann ging er auf Thibault zu, ergriff ſeine beiden Hände und ſagte zu ihm:

„Ach, lieber Freund, wie wollen wir jetzt trinken, da keine Weiber mehr da ſind, um uns zu geniren! O die Weiber! Sie ſind allerliebſt bei der Meſſe und auf dem Ball; aber zum Teufel, bei Tiſch, da ſind Männer nöthig. Nicht wahr, Gevatter?“

Perrine kam herein, um ihren Gebieter zu fragen, was für einen Wein ſie heraufholen ſolle.