Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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Hirſch noch eine Hirſchkuh, weder einen Bock noch eine Geiß getödtet habe; man zog ihm ſein Wamms aus und band ihn feſt an einen Baumſtamm.

Sodann begann die Execution.

Der Rüdenknecht ſchlug ſo derb darauf, daß der arme Sünder, obſchon er im Stillen geſchworen hatte, nicht zu klagen, und obſchon er auf ſeine Lippen biß, um dieſen Schwur halten zu können, ſchon beim dritten Schlag ſeinen Mund öffnete und einen Schrei ausſtieß.

Herr Jean war, wie man bereits erſehen konnte, vielleicht der brutalſte Herr auf zehn Meilen in der Runde, aber dennoch nicht hartherzig; das immer ſtärker werdende Jammergeſchrei des Mißhandelten war ihm peinlich.

Da jedoch die Wilderei in den Forſten Sr. Ho⸗ heit mit jedem Tag frecher wurde, ſo war er ent⸗ ſchloſſen, das Urtheil vollſtrecken zu laſſen.

Nur beſchloß er ſich vom Schauplatz zu entfernen und drehte ſein Pferd, um wegzureiten.

Im Augenblick, wo er dieſes Manöver ausführte, warf ſich ein junges Mädchen, das aus dem Schlag hervortrat, vor ſeinem Pferd auf die Kniee und ſchlug ihre großen ſchönen Augen thränenfeucht zu Herrn Jean auf.

„Gnädiger Herr,“ ſagte ſie,„um Gottes Barm⸗ herzigkeit willen, Gnade für dieſen Mann!“

Herr Jean ſenkte ſeine Augen auf das junge Mädchen.

Es war in Wahrheit ein allerliebſtes Kind; kaum ſechzehn Jahre alt, zart und ſchlank gebaut, ein Ge⸗ ſichtchen wie Milch und Blut, große blaue Augen