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„Ich begreife es ſelbſt nicht, gnädiger Herr, aber es iſt ſo.“
„Nimmer ſchreien!“ wiederholte der Baron;„nim⸗ mer ſchreien, hier im Wald, mitten im Wald, wo das Thier weder in einem Bach wechſeln, noch auf einen Felſen klettern konnte. Du biſt ein Narr, Markotte!“
„Ich ein Narr, gnädiger Herr?“
„Ja, Du ein Narr, ſo gewiß als Deine Hunde Schindmähren ſind.“
Markotte ertrug die Schimpfreden, womit der Baron in den kritiſchen Augenblicken der Jagd ſeine ganze Umgebung ſo verſchwenderiſch zu bedenken pflegte, gewöhnlich mit einer wahrhaft bewunderns⸗ würdigen Geduld; daß man aber ſeine Hunde Schind⸗ mähren nennen konnte, das brachte ihn aus ſeiner gewöhnlichen Langmuth. Er richtete ſich in ſeiner ganzen Höhe auf und ſagte heftig:
„Wie ſo, gnädiger Herr? Meine Hunde Schind⸗ mähren? Hunde, die nach einer ſo wüthenden Hetz⸗ jagd, daß Euer beſtes Pferd davon crepirt iſt, einen
alten Wolf zu Schanden geriſſen haben? Meine
Hunde Schindmähren?“
„Ja, Markotte, ich ſag's noch einmal, Deine Hunde ſind Schindmähren. Nur Schindmähren kön⸗ nen von einer lumpigen Jagd von ein paar Stun⸗ den, von einer Jagd auf einen elenden Damhirſch ſo lendenlahm werden.“
„Gnädiger Herr,“ verſetzte Markotte mit einer zugleich würdevollen und ſchmerzlichen Erregung, „gnädiger Herr, ſchiebet alle Schuld auf mich, nennt mich einen Dummkopf, ein Vieh, einen Lümmel, einen Tölpel, einen Schöps; beſchimpfet mich in meiner
Dumas, der Wolſsführer. I. 5


