Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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doch den Damhirſch nicht eſſen, den Ihr jaget; der Lumpenhund, der Lümmel, der Schlingel von Thi⸗ bault ſoll ihn eſſen. Ja, ja, ich ſchwöre es, daß ich ihn eſſen werde,“ rief der Holzſchuhmacher, indem er ſich immer mehr in ſeinem waghalſigen Entſchluß beſtärkte,„und ich müßte kein Mann ſein, wenn ich dieſen Eid nicht halten ſollte.“

Er ſteckte ſchnell ſeine Hippe in den Gürtel, nahm ſeinen Spieß, horchte auf das Gebell der Hunde, orientirte ſich, und indem er ſelbſt die Saite des Bogens wurde, deſſen Kreis der Damhirſch und die Meute bildeten, ſuchte er, ſo ſchnell als ihn ſeine Beine trugen, ihnen den Rang abzulaufen.

Thibault hatte freie Wahl: er konnte dem Dam⸗ hirſch auflauern und ihn mit ſeinem Spieß erlegen, oder er konnte in dem Augenblick, wo das Thier den Hunden erliegen mußte, über daſſelbe herfallen und ſich ſeiner bemächtigen.

Der Wunſch, ſich wegen der Brutalität des Ba⸗ rons Jean zu rächen, war bei Thibault nicht ſo überwiegend, daß er nicht während ſeines Eilmar⸗ ſches zugleich an die leckern Mahlzeiten gedacht hätte, die er ſich beinahe einen ganzen Monat lang aus den Schultern, Rückenſtücken und Lenden des Dam⸗ hirſches bereiten konnte, ob er ſie nun gehörig in Eſſig legte, ob er ſie am Spieß oder ſchnittenweiſe in der Pfanne briet.

Im Uebrigen zerſchmolzen dieſe beiden Ideen Rache und Eßgier in ſeinem Hirn dermaßen mit ein⸗ ander, daß er, während er aus Leibeskräften ſeinem Ziele zulief, nicht umhin konnte, in ſeinen Bart zu lachen, wenn er ſich die jammervollen Geſichter dachte,