Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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„Holla! Du Lümmel,“ ſagte der Wolfsjäger⸗ meiſter,„haſt Du das Thier geſehen?“

Ohne Zweifel mißfiel die Frageweiſe des Barons dem philoſophiſchen Holzſchuhmacher; denn obſchon er recht gut wußte, von was es ſich handelte, ſo fragte er doch:

„Was für ein Thier?“

„Zum Henker, den Damhirſch, auf den wir Jagd machen! Er kann höchſtens fünfzig Schritte von da vorübergekommen ſein, und da Du doch weiter nichts thuſt, als Maulaffen feil halten, ſo mußt Du ihn geſehen haben. Es iſt ein Zehnender, nicht wahr? Wohin hat er ſeinen Wechſel genommen? Ci ſo ſprich doch, Schlingel, oder ich laſſe Dir mit dem Steigbügelriemen aufmeſſen.“

„Daß Du die Peſt kriegſt, Du Hurenſohn!“ ſagte der Holzſchuhmacher vor ſich hin.

Dann antwortete er laut und mit erkünſtelter Naivetät:

„Ja wohl, ich habe ihn geſehen.“

„Ein Männchen, nicht wahr, mit prächtigem Ge⸗ weih? Ein Zehnender?“

„Ach ja wohl, ein Männchen mit prächtigem Geweih; ich hab' es geſehen, wie ich den gnädigen Herrn ſehe. Laufen und ſpringen kann es, daß es eine wahre Luſt iſt, ihm zuzuſehen.“

In einem andern Augenblick würde der Baron Jean über dieſe letzte Bemerkung gelacht haben, aber jetzt hatte er über den Ränken des Thieres das St. Hubertusſieber bekommen.

„Höre, Kerl, ſchwatz mir kein dummes Zeug.