„Beim heiligen Holzſchuhtag!“ ſagte er— wir brauchen wohl kaum zu bemerken, daß der heilige Holzſchuhtag das Feſt der Holzſchuhmacher iſt— „beim heiligen Holzſchuhtag, das iſt ein ſchönes Exemplar und gäbe ein herrliches Seitenſtück zu der Gemſe, von der ich in Vienne beim großen Bankett der Handwerksburſchen vom Dauphiné gegeſſen habe. Glücklich diejenigen, die ſich alle Tage ein Stück von einem ſolchen Thiere unter die Zähne ſchieben können. Ich habe ein einziges Mal in meinem Leben, vor bald vier Jahren, ein ſolches Stück gegeſſen, und noch nach vier Jahren läuft mir das Waſſer im Munde zuſammen, ſo oft ich daran denke. O die vornehmen Herrn! die vornehmen Herrn! ſie haben bei jedem Mahl friſches Fleiſch und alte Weine, wäh⸗ rend ich die ganze liebe Woche lang Kartoffeln eſſen und Waſſer trinken muß; kaum daß ich mir Sonn⸗ tags mit einem elenden Brocken ranzigen Specks, mit einem Teller voll Kohl, der meiſtens ſchon mufft, und einem Glas Pignolet, der Einem die Löcher in den Strümpfen zuſammenziehen könnte, gütlich thun darf.“
Begreiflicherweiſe war der Damhirſch ſchon beim Beginn dieſes Selbſtgeſprächs weiter geeilt.
Thibault hatte Satz für Satz mit Gefühl aus⸗ geſprochen und war eben bei dem glücklichen Schluß, den wir mitgetheilt haben, angelangt, als eine derbe, rauhe Stimme ihm zurief:
„Holla! Du Lümmel, gib mir Antwort!“
Es war der edle Herr Jean, deſſen Hunde nicht recht im Klaren waren, und der ſich verſichern wollte, ob ſie keine falſche Richtung eingeſchlagen hatten.
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