Teil eines Werkes 
1. Bd. (1856)
Entstehung
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ſchreiben und rechnen; er hatte ſogar etwas Latein gelernt, worauf er ſich nicht wenig einbildete.

Thibault hatte viel Zeit auf das Leſen verwen⸗ det. Er hatte beſonders diejenigen Bücher geleſen, die am Ende des vorigen Jahrhunderts an der Tages⸗ ordnung waren. Ein ungeſchickter Chemiker, hatte er das Gute vom Schlechten nicht zu ſcheiden verſtan⸗ den, oder vielmehr, er hatte das Schlechte ausge⸗ ſchieden, hatte dieſes hauptſächlich in großen Doſen verſchlungen und das Gute auf den Grund des Glaſes hinabſinken laſſen.

Freilich hatte Thibault mit zwanzig Jahren von etwas ganz Anderem geträumt, als daß er Holz⸗ ſchuhmacher werden ſollte. Er dachte einen Augen⸗ blick an den Kriegerſtand.

Aber ſeine Kameraden, welche die doppelte Livree des Königs und Frankreichs getragen hatten und als Soldaten in den Dienſt getreten waren, hatten ſämmtlich als Gemeine den Abſchied bekommen und ſich in fünf⸗ oder ſechsjähriger drückendſter Knecht⸗ ſchaft nicht einmal die Corporalsborten erwerben können.

Thibault dachte einen Augenblick an den Marine⸗ dienſt.

Aber eine Laufbahn in der Marine war den

Plebejern noch weit ſtrenger verſchloſſen als in der Landarmee.

Nach fünfzehn bis zwanzig Jahren, voll von Ge⸗ fahren aller Art, von Stürmen und Kämpfen, konnte

er es im beſten Fall bis zum Bootsmann bringen. Nun war Thibaults Ehrgeiz nicht auf das kurze

Wamms und die Hoſe von Segeltuch gerichtet, ſon⸗