Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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Höre, ſagte er zu der jungen Frau,obgleich es ziemlich unzart iſt, was ich zu ſagen im Begriffe bin, ſo kann ich doch nicht läugnen, daß Suſanne ſich in mich verliebt hat.

Alſo ſie liebt Dich? rief die Creolin,Du ge⸗ ſtehſt zu, daß ſie Dich liebt?.

Man iſt nicht Herr über die Gefühle der Liebe, 4 die man Andern einflößt, antwortete Camille, ebenſowenig, fügte er philoſophiſch hinzu,kann man lieben oder nicht lieben, nur wie es der Ver⸗ ſtand will.

Liebſt Du Fräulein Suſanne von Valgeneuſe oder nicht? fragte Dolores, welche Camille nicht geſtattete, ihr)e Hand zu ergreifen.

Ich liebe ſie nicht... das heißt, es iſt ein Un⸗ terſchied zwiſchen Lieben und Lieben. Sie iſt die Schweſter meines Freundes, ich haſſe ſie nicht. 5

Stehſt Du in einem Liebesverhältniß mit Fräu⸗ lein Suſanne von Valgeneuſe? oder deutlich geſpro⸗ l chen, iſt Fräulein von Valgeneuſe Deine Maitreſſe?

Meine Maitreſſe?

Da ich Deine Frau bin, ſo kann ſie nichts An⸗ deres ſein. Nein, gewiß, ſie iſt nicht meine Maitreſſe. Und Du liebſt ſie auch nicht? Nein.

Ich will Dir glauben.

Ahl das iſt ſchön, ſagte Camille, indem er die

Arme ausbreitete. h Warte, Camille, ich will Dir allerdings glau⸗. ben, aber ich bedarf eines Beweiſes. 2

Welches?