Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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Camille, als er ſie ſo ſah, trat erſchrocken und keine Worte findend, einen Schritt zurück. Die ganze Gefahr der Lage jedoch fühlend, wenn dies Schwei⸗ gen noch einen Augenblick dauerte, ſuchte er der Sache durch Schmeichelei eine neue Wendung zu geben.

O wie Du ſchön biſt! rief er.Aber ſieh Dich doch an und vergleiche Dich mit andern Frauen. Kann es eine geben, welche ſchöner wäre, als Du? Kann es eine geben, welche ſo geliebt wäre, wie Du?

Es genügt mir nicht, nur mehr als andere ge⸗ liebt zu ſein, ſagte die Creolin ſtolz;ich will allein geliebt ſein.

Nun, ſo verſtehe ich es auch, ſagte Camille.

Genug, ſagte Dolores;jetzt, da ich die Be⸗ weiſe in der Hand habe, wirſt Du noch läugnen, daß Du in einem Liebes⸗Verhältniß mit dieſer ab⸗ ſcheulichen Creatur ſtehſt?

Das Wort:Creatur auf ſeine geliebte Su⸗ ſanne angewendet, machte Camille ſchauern; er zog die Augbrauen zuſammen, ohne zu antworten.

Ja, wiederholte Dolores,ja, eine abſcheu⸗ liche Creatur! Weder die Bezeichnung noch die Bezeichnete ſind falſch angebracht. O ich kenne ſie ſo gut wie Sie, mehr als Sie, vielleicht beſſer als Sie, und ich brauchte nur einen Abend, um ſie zu kennen.

Und etwas wie eine Wolke von Scham zog über die Stirne der jungen Frau hin, während ſie dieſe ſcheinbar ſo unbedeutenden Worte ſprach.

Camille hatte ſich indeß auf eine neue Wendung, die er dem Geſpräch geben wollte, beſonnen.