Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
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der letzten Oelung, ohne daß die Sterbende wieder die Augen öffnete.

Dann entfernte er ſich, und die Anweſenden folgten. K Die Pförtnerin trat jetzt auf Mary zu, die auf den Knieen geblieben war, und berührte ſie leicht an der Schulter.

Schweſter, ſprach ſie,die Regel unſeres Ordens verwehrt Ihnen, länger in dieſer Zelle zu bleiben.

Bertha! Bertha! ſagte Mary ſchluchzend, hörſt Du, was man mir ſagt? Mein Gott, zwan⸗ zig Jahre gelebt zu haben, ohne uns einen Tag zu verlaſſen, elf Jahre getrennt ſein und nicht zwei Stunden beiſammen bleiben können im Augenblick des ewigen Scheidens.

Du kannſt im Hauſe bleiben bis zum Augen⸗ blick meines Todes, Schweſter, und ich glücklich ſterben, indem ich weiß, daß Du in meiner Nähe biſt und für mich beteſt.

Mary wollte ſich niederbeugen, um die Ster⸗ bende zum letzten Mal zu umarmen, aber die bei der Zuſammenkunft gegenwärtige Nonne hielt ſie mit den Worten zurück:

Schweſter, wenden Sie unſere heilige Mutter nicht durch irdiſche Erinnerungen von dem himm⸗ liſchen Wege ab, auf dem ſie dieſen Augenblick wandelt.

Ol ich werde ſie ſo nicht verlaſſen, rief Mary, ſich auf Bertha's Bett werfend und die Lippen auf die ihrigen drückend.

Dumas, Wölfinnen von Machecoul. V.. 17