Teil eines Werkes 
5. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25⁵

uns jemals geſagt, daß wir uns ſo wieder finden ſollten!

Es iſt Gottes Wille, man muß ſich darein er⸗ geben, antwortete die Carmeliterin.

Dieſer Wille iſt zuweilen ſehr ſtreng, ſeufzte Mary. 4

Was ſagſt Du, Schweſter? Dieſer Wille iſt vielmehr milde und barmherzig gegen mich; Gott, der mich noch lange auf Erden laſſen könnte, hat die Gnade, mich zu ſich zu rufen.

Du wirſt unſern Vater dort oben finden, ſagte Mary.

Und wen laſſe ich auf Erden zurück?

Unſern guten Freund Jean Oullier, der lebt und dich immer liebt, Bertha.

Danke, und wen noch weiter?

Meinen Mann und zwei Kinder, einen Knaben, der Petit⸗Pierre, und ein Mädchen, das Bertha heißt, und die ich gelehrt habe, Dich zu ſegnen.

Eine leichte Röthe flog über die Wangen der Sterbenden.

Liebe Kinder, flüſterte ſie,wenn Gott mir einen Platz an ſeiner Seite gewährt, verſpreche ich Dir, dort oben für ſie zu beten.

Und die Sterbende begann auf Erden das Ge⸗ bet, das ſie im Himmel vollenden ſollte.

Mitten unter dieſem Gebet und bei der Stille, welche die Anweſenden beobachteten, vernahm man das Anſchlagen einer Glocke und bald hernach das Klingeln eines Glöckchens, endlich auf dem Corridor Schritte, welche auf die Zelle zukamen. 4

Es war das heilige Viaticum, das ſich näherte.