Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Deine Schweſter?

O! Michel, Michel! rief das Mädchen,ver⸗ gib mir, daß ich nicht daran gedacht habe; bis eben jetzt liebte ich Dich, jetzt bewundere ich Dich. Ja, ja, Du haſt Recht; die Vorſehung hat es Deiner Mutter eingegeben; ja, jetzt vergeſſe ich Alles, was ſie Hartes und Grauſames für mich geſagt hat; ich ſehe in ihr nur ein Werkzeug Gottes, geſchickt zu unſerem Beiſtand, uns alle zu retten. O! mein Freund, wie gut biſt Du, noch beſſer als groß, daß Du an dieſes Alles gedacht haſt!

Der junge Mann ſtammelte einige unverſtänd⸗ liche Worte.

Ah! ich wußte wohl, fuhr Bertha in ihrer Begeiſterung fort,ich wußte wohl, daß Du das Brävſte und Loyalſte, was es in der Welt gibt, in Dir vereinigeſt. Aber heute, Michel, haſt Du alle meine Hoffnungen übertroffen. Armes Kind, ver⸗ wundet, zum Tode verurtheilt, beſchäftigt er ſich mit andern, ehe er an ſich denkt; ah! mein Freund, ich war glücklich, jetzt bin ich ſtolz auf meine Liebe!

Dießmal hätte Bertha, wenn die Kammer erhellt geweſen wäre, ſehen können, wie die Röthe auf Mi⸗ chels Geſicht der Verlegenheit folgte.

Und in der That war dieſe Aufopferung des jungen Barons nicht ſo uneigennützig, als Bertha glaubte.

Nachdem er ſich von ſeiner Mutter ihre Einwil⸗ ligung, die Geliebte zu heirathen, hatte geben laſ⸗ ſen, war Michel auf einen andern Gedanken ge⸗ kommen.

Er wollte Petit⸗Pierre den größten Dienſt leiſten,