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bereiit; wenn ich abreiſe, werde ich nicht allein ab⸗ reiſen.“ 3
„Du wirſt mit Deiner Maitreſſe abreiſen?“
„Ich werde mit meiner Frau abreiſen, Mutter.“
„Und Du glaubſt, daß ich meine Einwilligung zu dieſer Heirath geben werde?“
„Es ſteht Dir frei, Deine Einwilligung nicht zu geben, Mutter; aber mir ſteht es auch frei, nicht abzureiſen.“
„O der Unglückliche! der Unglückliche!“ rief die Baronin,„das iſt alſo der Dank für zwanzig Jahre Sorge, Zärtlichkeit, Liebe!“
„Dieſen Lohn, Mutter,“ ſprach Michel mit einer Feſtigkeit, welche von dem Bewußtſein Zuwachs er⸗ hielt, daß nicht eines ſeiner Worte für das Ohr, welches ſie hörte, verloren war,„Du haſt ihn in der Achtung, die ich Dir erweiſe, und in der Erge⸗ benheit, von der ich Dir bei jeder Gelegenheit Pro⸗ ben ablegen werde. Aber die wahre mütterliche Liebe leiht nicht auf Zinſen aus; ſie ſpricht nicht: iich werde zwanzig Jahre Deine Mutter ſein, um hernach Dein Tyrann zu werden;“ ſie ſpricht nicht: zich werde Dir Leben, Kraft, Jugend, Einſicht ge⸗ ben, damit Du dafür blindlings meinem Willen ge⸗ horchſt.“ Nein, Mutter, die wahre Liebe ſagt: ‚So lang Du ſchwach warſt, habe ich Dich gehalten; ſo
lang Du unwiſſend warſt, habe ich Dich unterrich⸗ tet; ſo lang Du blind warſt, habe ich Dich gelei⸗ tet. Heute ſiehſt Du, weißt Du, biſt Du ſtark, richteſt Dein Leben nicht nach Deiner Laune, ſon⸗ dern nach Deinem Willen ein; wählſt den einen von den tauſend Pfaden, welche ſich Dir eröffnen,


