Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nur die Arme entgegenſtrecken, mit dem Rufe:

254

Machecoul, deren Gipfel gleich einem grünen Meere wogten, verſchwand.

Michel ſaß auf ſeinem Bett und athmete den ſüßen Duft des Abends ein, als beide das Geräuſch eines Wagens hörten, der von der Anfahrt herkam.

Der junge Mann ſtürzte auf das Fenſter zu.

Beide erblickten jetzt eine in den Hof der Meie⸗ rei einbiegende Kaleſche. Courtin eilte auf dieſe Kaleſche zu mit dem Hut in der Hand; ein Kopf ſtreckte ſich durch die Thüre des Kutſchenſchlags heraus. Es war der der Baronin Michel.

Der junge Mann fühlte beim Anblick ſeiner Mutter ſich einen Schauder durch die Adern gehen. Es war offenbar, daß ſie ihn holen wollte.

Bertha befragte ihn mit den Augen, was ſie thun ſollte.

Michel zeigte ihr einen finſtern Winkel, eine Art Cabinet ohne Thüre, wo ſie ſich verbergen und, ohne geſehen zu werden, Alles hören konnte.

Er konnte aus dieſer unbekannten Gegenwart Kraft ſchöpfen. Michel täuſchte ſich nicht. Fünf Minuten darauf hörte er die Plankentreppe unter dem Schritt der Baronin krachen.

Bertha eilte in ihren Verſteck. Michel ſetzte ſich an das Fenſter, wie wenn er nichts gehört hätte.

Die Thür öffnete ſich und die Baronin trat ein.

Vielleicht war ſie in der Abſicht gekommen, hart und ſtreng wie gewöhnlich zu ſein: aber als ſie Michel in dem erbleichenden Tageslichte, ſelbſt bleich gleich der Abenddämmerung, erblickte, vergaß

ſie alle Entſchlüſſe der Strenge und konnte ihm