Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
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Eines Tages kündigte er ihnen an, ſie müßten durchaus ihren nächtlichen Ausflügen entſagen, und als ſie ihn nach dem Grund davon fragten, theilte er ihnen den Contumazſpruch mit, wodurch Michel de La Logerie zur Todesſtrafe verdammt wurde.

Dieſes Verdammungsurtheil brachte nur eine ſehr geringe Wirkung auf Michel hervor; aber Bertha erſchrack darüber. Einen Augenblick war ſie verſucht, ſich dem jungen Mann zu Füßen zu werfen und ihn um Verzeihung zu bitten, daß ſie ihn in dieſes unheilvolle und unbeſonnene Unter⸗ nehmen hineingezogen hatte, und als ſie am Abend die Meierei verließ, befand ſie ſich in einer tiefen Aufregung.

Am andern Tag war ſie zu ſehr früher Stunde wieder bei Michel.

Sie hatte die ganze Nacht geträumt, und um ſo ſchrecklicher, als ſie dieß ſchon in ganz wachem Zuſtand gethan.

Sie ſah Michel entdeckt, verhaftet, erſchoſſen.

Zwei Stunden vor der gewöhnlichen Zeit war ſie in der Meierei.

Nichts Neues war vorgekommen, nichts ſchien heute mehr zu befürchten, als an den andern Tagen.

Der Tag verging wie gewöhnlich voll ſtiller, mit Angſt gemiſchter Reize für Bertha.

Voll Melancholie und Sehnſucht nach Außen für Michel.

Der Abend kam; ein ſchöner Sommerabend.

Bertha lehnte ſich gegen das kleine, auf den Obstgarten gehende Fenſter; ſie ſah der Sonne zu, wie ſie über den großen Bäumen des Forſtes von