Teil eines Werkes 
4. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

248

ſie Michel ließ, und begab ſich alle Tage an ſeine

Seite, ihm die Sorgfalt einer Schweſter, begleitet von den zarten Gefühlen einer Liebenden, zu er⸗ weiſen.

Die Zärtlichkeit, die Ergebenheit, die Selbſtver⸗ leugnung, wovon Bertha ihm ſo viele Beweiſe gab, rührten Michel; aber da ſie in ſeinen Empfindungen für Mary nichts änderten, ſo dienten ſie nur dazu, ſeine Lage immer ſchwieriger zu machen. Er wagte nicht daran zu denken, die Verzweiflung in das Herz des Mädchens zu tragen, welcher er das Le⸗ ben verdankte; doch trat allmälig eine ſanfte Reſig⸗ nation an die Stelle der heftigen und bittern Ge⸗ fühle, welche in den erſten Tagen ihn bewegt hatten, und er antwortete, ohne ſich an die Vorſtellung des von Mary ihm zur Pflicht gemachten Opfers zu ge⸗ wöhnen, mit einem Lächeln, das er ſich zärtlich zu machen bemühte, auf die Zuvorkommenheiten, womit Bertha ſo verſchwenderiſch gegen ihn war; und wenn dieſe ihn verließ, legte der ſchmerzliche Seuf⸗ zer, der ſeiner Bruſt entſchlüpfte und den Bertha für ſich nahm, allein Zeugniß für ſeine Reue ab. Aber ohne Courtin, welcher die zu dem Kämmer⸗ chen, wo Michel verborgen war, führende Treppe heraufſtieg, ſobald er Bertha hinter den letzten Bäu⸗ men des Gartens hatte verſchwinden ſehen, und nun kam, ſeinerſeits ſich an deſſen Bett zu ſetzen und mit ihm von Mary zu reden, würde Michels zärtliche und eindrucksfähige Seele am Ende doch ſich in die Nothwendigkeit ſeiner Lage ergeben und die Fügung des Verhängniſſes angenommen haben. Doch der Maire von la Logerie unterhielt ſeinen