223
Cider, der Branntwein und der Kaffé floßen in un⸗ geheurer Menge.
Aber das Temperament des Vendéer Bauern iſt ſo robuſter Art, daß die enormſten Quantitäten verſchluckter Flüſſigkeiten weder auf ihre Geſichter, noch ihre Charaktere einen merkbaren Einfluß aus⸗ übten. Die Farbe der Trinker war belebter, ihr Auge etwas glänzender, aber die Leute blieben um ſo mehr Herr ihrer ſelbſt, als ſie im Allgemeinen ſowohl gegen die, welche die Schenken hielten, als die Städter, welchen ſie daſelbſt begegnen konnten, Mißtrauen hegten.
Bei der Ankunft auf dem Markte von Montaigu waren die Landbewohner, während das Centrum der Volksmenge in dieſem Augenblick von einer mobilen Colonne von etwa hundert Menſchen ein⸗ genommen wurde, in die Mitte ihrer Gegner ein⸗ gedrungen; ſie faßten hier vollkommen Stand; dennoch bewahrten ſie unter ihrem friedlichen Aeußern die Zurückhaltung und Wachſamkeit, welche ein Sol⸗ dat unter den Waffen bewahrt.
Eine einzige der zahlreichen Schenken von Mon⸗ taigu war von einem Mann gehalten, auf welchen die Vendéer rechnen und welchem gegenüber ſie ſich demnach jedes Zwangs entäußern konnten.
Dieſe Schenke lag im Centrum des Dorfes, auf dem Marktlokal ſelbſt, in der Ecke des Platzes, längs eines Gäßchens, das nicht in eine andere Straße, nicht nach den Feldern, ſondern nach dem Fluß Maine auslief, welcher ſich im Südweſten um das Städtchen krümmt.


