Der Vieomte von Montgomniery. 29
„Werft einen Blick auf dieſe Karte,“ antwortete Guiſe,„die der Marſchall Strozzi nach dem von Euch erhaltenen Plane entworfen hat. Calais kann von zwei Seiten unterſtützt werden: durch das Fort Nieullay, wel⸗ ches den Zugang von der Landſeite vertheidigt, und au⸗ ßerdem durch das Meer und die Dünen, wo ſich das Fort Risbank oder der ſogenannte achteckige Thurm be⸗ findet. Dieſes Fort beherrſcht den ganzen Hafen, den es den ankommenden Fahrzeugen öffnet oder verſchließt. Sobald die Engländer einen Boten nach Dover abſenden, können binnen wenigen Stunden hinlängliche Verſtärkun⸗ gen und Lebensmittel anlangen, womit ſich Calais Jahre lang zu halten vermag. Und was wird dann geſchehen?“
„Ich geſtehe, gnädiger Herr, daß ich nicht weiter zu ſehen vermag, denn nur Gott kann in die Zukunft blicken.“
„In gegenwärttgem Falle kann auch ein Menſch das Kommende vorausſehen,“ entgegnete Franz von Lothrin⸗ gen.„Die Belagerten können erforderlichenfalls auf die Unterſtützung von ganz England rechnen und werden uns morgen ſchon im alten Schloſſe überlegene und hinfüro unüberwindliche Streitkräfte entgegenſtellen. Wenn wir uns deſſenungeachtet nicht zurückſchlagen laſſen, ſo werden ſich ſehr bald alle in Andres, Ham, Saint⸗Quentin, überhaupt in Frankreich befindliche Engländer und Spa⸗


