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aus ihrem Herzen wie aus einer tiefen, unverſiegbaren Quelle floßen, hatten ihre Augen in den Grund ihrer Höhle zurückgezogen und an ihren Wangen jene Furche der Bitterkeit gegraben, an der Gott die Auserwählten des Leidens erkennen wird, aus denen er, wie ich hoffe, dereinſt die Auserwählten ſeiner Liebe macht.
Jenes Nervenbeben, das vom Leben zeugt und den Schmerz beſtätigt, ſchüttelte unabläſſig ihre Glieder. Es war weder die Ruhe des Lebens, noch die Ruhe des Gra⸗ bes. Es war der langſame, fieberhafte, verzehrende Kampf, der von dieſer Welt zu jener, vom Leben zum Tode, vom Bette zum Grabe führt.
Nun denn, Iſabelle, ich verberge es mir nicht, und ich ſteige in den Abgrund hinab, nachdem ich ſeine ganze Tiefe gemeſſen habe, ich bin im Begriff, auch in dieſen Kampf einzutreten; möͤchte er mich raſch zum Tode führen!
Gott befohlen, ich will die Nacht im Gebete hin⸗ bringen. Die Glocken des Kloſters werden von Morgens zwei Uhr an ertöͤnen, und verkündigen, eine Seele, und nicht ein Leib, verlaſſe die Erde, um ſie mit dem Himmel zu vertauſchen.
Um neun Uhr müſſen diejenigen, welche meine Brü⸗ der in Gott ſein werden, mich abholen.


