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Die Taube : zwei Bändchen / von Alexandre Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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Oh! das biſt Du, und ich habe Dich an dieſem ſchmerzlichen Worte erkannt. Du warteſt auf mich, Du weißt nicht, was aus mir geworden iſt, und Du leideſt.

Du leideſt, denn Du zweifelſt. Oh! der Mann zweifelt immer; ich, ich habe nicht gezweiſelt, ich habe Dich für todt gehalten.

Wenn ich bedenke: wäre ich zwei Stunden früher gekommen, ſo hätte ich Dich vielleicht getroffen.

Ich ſage vielleicht, denn wäre ich ſicher, daß Du es geweſen, ſo würde ich, ſo gelähmt ich bin, auf der Stelle wieder aufbrechen; ich nähme einen Führer; ich ließe mich tragen. Doch wenn ich mich täuſchte, wenn Du es nicht wäreſt? Oh! der Inſtinet der Taube iſt mehr werth, als Alles; ſie hat ſich nicht einen Augenblick ge⸗ irrt. Es ſind die Kräfte, die mich verlaſſen haben; ſie hat nicht gefehlt.

Was machſt Du in dieſem Augenblick, wo Du auch ſein magſt, mein Geliebter? Wenn Du nicht an Gott denkſt, ſo denkſt Du an mich, wie ich hoffe.

Oh! ich, wenn ich an Dich denke, denke an Gott. Wenn ich an Gott denke, denke ich an Dich.

Es iſt elf Uhr Abends; morgen! morgen! Eine ungeheure Hoffnung, welche zu mächtig iſt, um nicht vom Himmel zu kommen, ſagt mir, ich werde Dich mor⸗ gen wiederſehen. 5