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Zweiundvierzigſter Brief.
Am 31. Juli.
Die Nacht hat unſere Nachforſchungen unterbrochen, mein Gellebter, doch ich hoffe, ich hoffe.
Ich habe alle Welt beſragt, und von ſern hat man mir am Bergabhang eln Camaldulenſerkloſter gezeigt, und in der Nähe dieſes Kioſters ein kleines Haus, das ſehr demjenigen gleicht, welches Du mir beſchrieben haſt. Oh! ich ſah es, weiß in dem azurblauen Abenddunſt, vielleicht war es das Deinige, vielleicht umfaßteſt Du Deinerſeits mit den Augen Deinen Horizont, ohne zu wiſſen, daß an dieſem Horizont, für Dich unſichtbar, vas arme Geſchöpf ſich bewegte, welches nur noch für dich lebt, und ohne dich ſterben wird.
Ich erkundigte mich, wie ich Dir geſagt habe, und man antwortete mir, dieſes Haus werde von einem Ein⸗ ſiedler, von einem Weiſen, von einem Manne Gottes, der noch jung, immer ſchoͤn, bewohnt. Dieſer Mann beſucht das Haus des Armen und das Bett des Sterbenden: er hat tröͤſtende Worte für das Leiden und ſogar für den Tod. Dieſer Mann, das biſt Du, mein Vielgeliebter; nicht wahr, es iſt Niemand als Du?
Wenn Du es biſt, ſo warſt Du am Tage im Dorfe Camons, wo ich bin.
Du beſuchteſt einen armen Zimmermann, der ſich, von einem Dache herabfallend, den Schenkel brach. Du verbandſt ihn, Du pflegteſt ihn. Dann ſagteſt Du, als Du weggingſt, zu der ganzen Familie, welche vor Dir auf den Knien lag:
„Ihr ſeid nun getröſtet, betet für den Tröſter.“


