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Von wo ſiehſt Du es?
Mein Gott! ich kann kaum leſen; zum Glück weiß ich ſie auswendig; wenn ich ſie verlöre, köͤnnte ich ſie von der erſten bis zur letzten Seite wieder ſchreiben.
Ich habe ſie ſo oft geleſen!
„Mein Fenſter, ganz geſchmückt mit einem unge⸗ heuren Jasmin, deſſen mit Blüthen beladene Zweige in mein Zimmer gehen und dieſes mit Wohlgerüchen er⸗ füllen, öffnet ſich gegen Sonnenaufgang.“
Das iſt es, das iſt es.
Die Sonne iſt zu meiner Linken aufgegangen, Du biſt zu meiner Rechten.
„Das Plateau, das ich überſchaue, iſt von Süden nach Norden, von den Bergen zu der Ebene geneigt.“
Das iſt es immer.
Ja, dort, dort am Horizont... ich danke Dir, Herr, daß der Tag, den Du ſo eben gemacht haſt, ſo rein iſt; dort iſt das Plateau, wo ſeine Einſiedelei liegt. Ohl warum iſt er noch ſo fern, oder warum iſt der menſch⸗ liche Blick ſo ſchwach! Ich ſehe Hunderte von weißen Punkten unter den grünen Bäumen zerſtreut; welcher von allen dieſen weißen Punkten iſt Deine Einſiedelei?
Ohl theure Taube, geliebte Taube, Taube, Toch⸗ ter des Himmels, an dir iſt es, mir das zu ſagen.
Ich gehe, mein Geliebter, ich gehe; jede verlorene Minute iſt ein Diebſtahl an Deinem Gluck und an dem meinigen begangen; eine Minute verlieren, das hieße Gott verſuchen.
Haſt Du nicht dadurch, daß Du eine Minute zu ſpät gekommen biſt, mich verloren?
Komm, Taube, ja, ja, nicht wahr, morgen, heute Abend vielleicht, werden wir uns wiederſehen.
Die Taube⸗ 8


