————
73
die Confiscation meiner Güter; die Entziehung meines Ranges und meiner Würden.
Ich empfing alle dieſe Nachrichten mit mehr Stärke, als man erwartete. Der Tod des armen Marſchalls war allerdings ein harter Schlag. Doch nach dem Tode des Herrn von Marillac hatten wir dieſen Schlag mehr als einmal mit Herrn von Montmorency, ſowohl für mich, als für ihn, vorhergeſehen. Was den Ruin mei⸗ nes Rangs, meiner Würden und meines Vermögens be⸗ trifft, ſo nahm ich dies mit einem Lächeln der Verachtung auf. Die Menſchen hatten mir Alles geraubt, was mir die Menſchen geben konnten; doch ſie waren genöthigt Herweſen, mir zu laſſen, was mir von Gott zukam, Eure Liebe. 3
Eure Liebe war auch von dieſem Augenblick an die einzige Hoffnung meines Lebens. Es war der Stern, der allein am Himmel der Zukunft glänzte, welcher ſo difer geworden, als der der Vergangenheit glänzend ge⸗ weſen.
Mein Bote hatte Euch nicht gefunden: ich beſchloß, mein eigener Bote zu ſein. Eure Antwort war mir 8 zugekommen: ich beſchloß, Eure Antwort ſelbſt zu
olen.
Es war übrigens nichts Leichtes, aus dem Kloſter zu kommen. Man bewachte mich, denn man befürchtete, ich moͤchte geſehen oder erkannt werden. Ich ſprach alſo nicht davon, daß ich aus dem Kloſter weggehen, ſondern davon, daß ich Frankreich verlaſſen wollte.
Dieſer Vorſchlag war der angenehmſte, den ich der guten Aebtiſſin machen konnte. Es wurde verabredet, ſich mit den Fiſchern zu verſtändigen, mit deren Hülfe ich Narbonne erreichen ſollte, wo ich mich einſchiffen könnte. Von der Abtei nach Narbonne ſollte ich den Weg mit dem kirchlichen Gewande und mit dem Wagen und den Pferden der Aebtiſſin machen.
Ueberdies hielt mich alle Welt ſo ſehr für todt, daß


