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König oder ſeinen Staat, ſondern dadurch ſchuldig, daß man nicht blinden Eifer und Gehorſam für den Willen und die Abſichten ſeines Miniſters hatte.
Das mußte ich Euch zuerſt und vor Allem ſagen: denn was ich Euch hier ſage, iſt meine Entſchuldigung darüber, daß ich Euch verlaſſen und die Partei von dem⸗ jenigen ergriſſen habe, welcher uns ſpäter Alle, Todte oder Lebendige, verleugnen ſollte.
Es war der Proceß und die Hinrichtung des Mar⸗ ſchalls von Marillac, was Alles entſchied. Ich ſtand im Briefwechſel mit meinem Bruder Gaſton und mit der Königin Maria von Medicis, welche ſtets vortrefflich ge⸗ gen mich geweſen war. Ich beſchloß, mein Glück mit dem ihrigen zu verbinden.
Ihr erinnert Euch meiner Traurigkeit um jene Zeit? Ihr erinnert Euch meiner Aufregung, der bis zum Schluch⸗ zen gehenden Erſchütterung meiner Stimme, als ich Euch ſagte, meine Zukunft ſei unſicherer als die des entſtehen⸗ den Blattes auf dem Baume, an deſſen Fuß wir ſaßen, und als ich drei Monate von Euch verlangte, ehe ich Euch zu meiner Frau machen könnte, während ich Euch erklärte, der glücklichſte Tag meines Lebens wäre derje⸗ nige, wo ich Euer Gatte würde?
In der That, von dieſem Augenblick an wußte ich alle Pläne meines Bruders Gaſton, und ich war der Ver⸗ mittler zwiſchen ihm und dem armen Montmorency.
Ihr heißt mich keinen Umſtand übergehen. Oh! ich bedarf zu ſehr der Rechtfertigung in Euren Augen, um irgend etwas zu übergehen oder zu vergeſſen.
Wir ſollten die Spanier und die Neapolitaner für uns haben. Die Neapolitaner erſchienen wirklich in dem Augenblick, wo ſich Montmorency erklärte, vor der Küſte von Narbonne; doch ſie wagten es nicht, zu landen. Die Syaniar kamen bis Urgel, aber ſie überſchritten die Gränze nicht.
Die Taube. 5


