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Die Taube : zwei Bändchen / von Alexandre Dumas. Aus d. Franz. von August Zoller
Entstehung
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ihn zu erreichen. Der Eine war auf dem Wege geſtor⸗ ben. Der Zweite hatte ihn mit der Hand erreicht, aber nicht weiter gehen können. Der Dritte hatte den Kopf im Bache ſelbſt und war beim Trinken geſtorben. Einer von dieſen drei Koͤrpern ſtieß einen Seufzer aus.

Ich lief zu ihm. Es war der Mann, der den Bach mit der Hand erreicht hatte, doch nicht mit dem Munde hatte erreichen koͤnnen. Er lag in Ohnmacht.

Die Kühle der Nacht oder ein Wunder des Him⸗ mels brachte ihn wieder zum Bewußtſein. Ich kniete nie⸗ der, ich beleuchtete ſein Geſicht mit der Fackel und ſtieß einen Schrei aus.

Es war Euer Stallmeiſter Armand.

Bei dieſem Schrei öffnete er die Augen und ſchaute mich mit verdutzter Miene an.

„Zu trinken!“ forderte er.

Ich ſchoͤpfte Waſſer in Euren Hut und wollte ihm denſelben reichen. Ein Soldat hielt mich zurück,

„Gebt ihm nicht zu trinken,“ ſagte er mir in's Ohr. „Man ſtirbt zuweilen, indem man trinkt.“

„Zu trinken!“ wiederholte der Sterbende.

„Ja,“ erwiederte ich,„Ihr ſollt zu trinken bekom⸗ men, doch ſagt mir zuvor, was aus dem Grafen von Moret geworden iſt.“

Er ſchaute mich noch ſtarrer an, als er es vorher gethan hatte, und erkannte mich.

„Fräulein von Lautrec!“ murmelte er.

„Ja, ich bin es, Armand,“ erwiederte ich.„Ich ſuche Curen Herrn, wo iſt er? wo iſt er?“

„Zu trinken!“ forderte der Verwundete mit ſterben⸗ der Stimme.

Ich erinnerte mich, daß ich in meiner Taſche ein Fläſchchen Meliſſengeiſt hatte. Ich goß ihm ein paar Tropfen davon auf die Lippen.

Er ſchien ſich ein wenig wieder zu beleben.

Die Taube. 4