47
Ich fragte, wo man Euch habe fallen ſehen; man ſagte mir, es ſei im Hinterhalte geſchehen.
Die Soldaten wollten wiſſen, wer ich ſei.
„Schaut mich an und errathet,“ ſprach ich.
Das Schluchzen erſtickte mich, die Thränen rieſelten über mein Geſicht.
„Arme Frau,“ ſagte einer von ihnen,„ſie liebt ihn!“
Ich ergriff die Hand dieſes Mannes, ich hätte ihn
umarmt.
„Komm mit mir zurück und hilf mir ihn todt oder lebendig auffinden,“ ſagte ich zu ihm.
„Wir werden Euch helfen,“ erwiederten ein paar Soldaten.
Dann ſagten ſie zu einem von ihnen:
„Gehe voran.“
Derjenige, welchen man zu unſerem Führer gewählt hatte, nahm die Fackel und leuchtete uns.
Ich folgte ihm.
Einer von ihnen bot mir an, ich möge mich auf ihn ſtützen.
„Ich danke,“ erwiederte ich,„ich bin ſtark.“
Ich fühlte in der That keine Müdigkeit, und mir ſchien⸗ als hätte ich bis an das Ende der Welt gehen
nnen.
Wir machten ungefähr dreihundert Schritt; von zehn zu zehn Schritten lag ein Leichnam, bei jedem Leich⸗ nam wollte ich ſtehen bleiben, um zu ſehen, ob Ihr es nicht wäret; doch die Soldaten trieben mich vorwärts und ſagten:
„Es iſt nicht hier, Madame.“
Endlich kamen wir zu einem von mehreren Oliven⸗ bäumen bekränzten Hohlweg; ein Bach lief durch die Tiefe dieſes Hohlwegs.
„Hier iſt es,“ ſagten die Soldaten.


