41
Armee des Herzogs von Montmoreney. Das eine kam über den Pont⸗Saint⸗Esprit und wurde vom Marſchall Schomberg commandirt.
Außerdem hatte es der Cardinal für nöthig er⸗ achtet, daß ſich Ludwig XIII. dem Kriegsſchauplatze nä⸗ herte, und er war, wie man verſicherte, in Lyon ange⸗ kommen. Ein Brief, den man mir von Valence brachte, beſtätigte nicht nur dieſe Nachricht, ſondern theilte mir auch mit, mein Vater, der Baron von Lautrec, befinde ſich bei ihm.
Dieſer Brief war von meinem Vater ſelbſt. Er er⸗ öffnete mir den zwiſchen ſeinem alten Freund, dem Gra⸗ fen von Pontis, und ihm gefaßten Entſchluß, die Bande der Freundſchaft und Verwandtſchaft, welche die zwel Häuſer vereinigten, dadurch, daß er mich mit dem Vi⸗ comte von Pontis vermählen werde, noch enger zu knüpfen. Ich hatte mit Euch, wie Ihr Euch erinnert, ſchon von dieſem Heirathsplan geſprochen, und damals ſagtet Ihr zu mir:„Laßt mir noch drei Monate; während dieſer drei Monate koͤnnen große Ereigniſſe in Erfüllung gehen, Ereigniſſe, welche viele Geſchicke ändern werden. Laßt mir noch drei Monate, und ich bitte den Baron von Lau⸗ trec um Eure Hand.“
Mit der Qual, Euch unter denjenigen zu wiſſen, welche mein Vater die Rebellen nannte, verband ſich alſo die Furcht, einen Haß ſich erheben zu ſehen zwiſchen Eurem Hauſe und dem meines Vaters, der ein ſo ge⸗ treuer und redlicher Diener des Königs war, daß er den Cardinal und ihn in einer und derſelben Bewunderung vermengte, und daß er wenigſtens einmal im Tage ſagte, was der König einmal in der Woche ſagte:„Wer den Herrn Cardinal nicht liebt, liebt den Koͤnig nicht.“
Am 23. Auguſt erſchien ein Beſchluß, der den Her⸗ zog von Montmoreney aller ſeiner Ehren und Würden verluſtig erklärte und die Confiscation ſeiner Güter an⸗


