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Federn in die Höhe, und ich höoͤrte auf den Flügeln des Windes Euer Lebewohl herbeiziehen, das, durch die Ent⸗ fernung geſchwächt, klagend geworden war, wie ein Seufzer.
Eine große ſchwarze Wolke ſchwebte am Himmel und ging raſch dem Mond entgegen; ich ſtreckte die Hände gegen dieſe Wolke aus, als wollte ich ſie aufhalten, denn ſie war im Begriff, den ſilbernen Strahl auszuloͤſchen, durch deſſen Hülfe ich Euch noch ſah. Einem Luftunge⸗ heuer ähnlich rückte ſie mit offenem Rachen vor und ver⸗ ſchlang die bleiche Goͤttin, welche in ihren düſtern Flanken verſchwand. Da ſenkte ich meine Augen vom Himmel auf die Erde nieder und ſuchte Euch vergebens; ich hoͤrte noch das Geräuſch der auf dem Pflaſter in der Richtung von Orange aufſchlagenden Hufeiſen; doch ich ſah Euch nicht mehr. Plötzlich öffnete ein Blitz die Wolke, und beim Schimmer dieſes Blitzes unterſchied ich abermals Euern Schimmel. Euch aber hatte Euer dunkler Mantel ſchon mit der Nacht vermengt. Das Thier entfernte ſich raſch, ſchien aber ohne Reiter zu gehen. Zwei andere Blitze glänzten noch und zeigten mir das Pferd, das im⸗ mer weiter ſich entfernte und weiß wurde wie ein Ge⸗ ſpenſt. Ein vierter Blitz kam, begleitet vom Rollen des Donners; aber mochte es ſich bei einer Biegung des Weges abgewendet haben, oder war es ſchon zu fern, das Pferd war verſchwunden.
Die ganze Nacht rollte der Donner, die ganze Nacht peitſchten der Wind und der Regen meine Fenſter; ver⸗ wirrt, zerzauſt, ſterbend, ſchien die Natur in Trauer zu ſein, wie mein Herz.
Ich wußte, daß dort, wo ich Euch hatte verſchwinden ſehen, nämlich im Languedoc, etwas vorging. Der Her⸗ zog von Montmorency, Euer Freund, dem das Gouver⸗ nement übertragen war, hatte, wie man ſagte, die Partei der verbannten Koͤnigin Mutter und die von Monſieur ergreifend, welcher ihr, Frankreich durchreiſend, gefolgt war, der Herzog von Montmorency hatte die Provinz


