29
regelmäßig, beinahe materiell jede Nacht, um bei den er⸗ ſten Strahlen des Tages zu verſchwinden. Ei! mein Gott, was habe ich nicht gethan, daß dieſe Erſcheinung, ohne Zweifel das Werk des Engels der Finſterniß, mich zu quaͤlen aufhoͤre! Ich habe mich unter den geweihten Buchszweig geſteckt, ich habe heilige Roſenkränze um mei⸗ nen Arm und um meine Handgelenke geſchlungen, ich habe ein Crucifir auf meine Bruſt gelegt und bin mit gekreuz⸗ ten Armen zu den Füßen des göttlichen Märtyrers ent⸗ ſchlummert. Alles war vergeblich, unnütz, fruchtlos; der Tag führt mich zu Gott zurück, aber die Dunkelheit zu ihm; ich bin wie jene Königin, von der der Dichter Ho⸗ mer ſpricht, und deren Arbeit von jedem Tag in jeder Nacht wieder zerſtört wurde.
Es gebe keine Nacht mehr, es gebe keinen Schlaf mehr, es gebe keine Traͤume mehr, und ich werde viel⸗ leicht vergeſſen.
Koͤnnt Ihr das von Gott erlangen?
Zehnter Brief. Am 14. Mai.
Alles, was man von Gott durch das Gebet er⸗ langen kann, werde ich für Euch erlangen, denn Ihr d Haßrhaft verwundet, und die Wunde iſt tief und
utig.
Laßt uns beten!


